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Vom Balkonkraftwerk zur PV-Anlage: Wann sich der Schritt aufs Dach lohnt

Von Andreas Walkenhorst, Energieexperte · Stand: Oktober 2026

Viele meiner Kunden fangen mit einem Balkonkraftwerk an – und merken schnell, wie gut sich eigener Strom anfühlt. Irgendwann kommt die Frage: Lohnt sich eine richtige PV-Anlage auf dem Dach? Hier erkläre ich, was eine Dachanlage mehr kann, was sie kostet und worauf Sie gerade jetzt achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Dachanlage hat meist die zehn- bis fünfzehnfache Leistung eines Balkonkraftwerks.
  • Eine typische Anlage mit 10 kWp kostet laut aktuellen Marktdaten rund 12.000 Euro, mit 10-kWh-Speicher rund 17.000 Euro – je nach Region und Dach auch mehr.
  • Für private Anlagen bis 30 kWp fällt keine Mehrwertsteuer an.
  • Für neue Anlagen bis 10 kWp gibt es bei Inbetriebnahme bis 31. Januar 2027 7,70 Cent je eingespeister Kilowattstunde (Teileinspeisung).
  • Ab 2027 soll sich die Förderung für neue Anlagen grundlegend ändern. Der Entwurf ist aber noch kein Gesetz.

Was eine Dachanlage mehr kann

BalkonkraftwerkPV-Anlage auf dem Dach
Leistungbis 800 VA Wechselrichter, bis 2.000 Wp Moduletypisch 8 bis 12 kWp im Einfamilienhaus
Deckt abGrundlast: Kühlschrank, Router, Standbygroßen Teil des Haushaltsstroms, dazu Wärmepumpe und E-Auto
Speicherkleine BalkonspeicherHausspeicher, typisch 5 bis 15 kWh
Einspeisevergütungim Standardfall neinja, 20 Jahre fester Satz (heutiges EEG)
Montageselbst möglich (bis 960 Wp mit Haushaltsstecker)Fachbetrieb

Der größte Unterschied: Mit einer Dachanlage können Sie nicht nur Grundlast decken, sondern auch Wärmepumpe und E-Auto mit eigenem Strom versorgen. Dort steckt das größte Sparpotenzial.

Wann lohnt sich der Umstieg?

Eine PV-Anlage auf dem Dach passt besonders gut, wenn …

  • Sie ein eigenes Haus mit einer gut nutzbaren Dachfläche haben, idealerweise nach Süden, Osten oder Westen,
  • Ihr Stromverbrauch über rund 3.000 kWh im Jahr liegt,
  • Sie eine Wärmepumpe haben oder planen,
  • Sie ein E-Auto fahren oder anschaffen wollen,
  • das Dach in den nächsten Jahren nicht saniert werden muss.

Was kostet eine PV-Anlage?

Laut aktuellen Marktdaten liegen die Preise für Einfamilienhaus-Anlagen meist bei rund 1.000 bis 1.400 Euro je kWp inklusive Montage. Als grobe Orientierung:

AnlageTypischer Preis
10 kWp ohne Speicherrund 12.000 € (Spanne etwa 7.500 bis 16.500 €)
10 kWp mit 10-kWh-Speicherrund 17.000 € (Spanne etwa 13.000 bis 23.000 €)
Speicher allein (10 kWh)etwa 4.000 bis 8.000 €

Dachform, Zählerschrank, Gerüst und Region verändern den Preis spürbar. Ein seriöses Angebot gibt es deshalb erst nach einem Blick auf Ihr Dach. Für private Anlagen bis 30 kWp zahlen Sie keine Mehrwertsteuer.

Was bringt die Einspeisevergütung?

Für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 in Betrieb gehen, gibt es 7,70 Cent je eingespeister Kilowattstunde bei Teileinspeisung. Der Satz gilt 20 Jahre. Bei Volleinspeisung sind es 12,22 Cent. Alle sechs Monate sinken die Sätze für neue Anlagen leicht.

Seit dem Solarspitzengesetz vom Februar 2025 gibt es für neue Anlagen in Viertelstunden mit negativem Börsenpreis keine Vergütung; dafür verlängert sich der Vergütungszeitraum entsprechend. Der Eigenverbrauch ist deshalb heute wichtiger als die Einspeisung: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart Ihnen den vollen Strompreis.

Was sich 2027 ändern soll

Die Bundesregierung hat am 29. Juli 2026 einen Entwurf für eine EEG-Reform beschlossen. Für neue Anlagen ab 2027 sieht er unter anderem vor: keine feste 20-jährige Einspeisevergütung mehr, stattdessen eine befristete Übergangszahlung, eine dauerhafte Begrenzung der Einspeisung und eine Smart-Meter-Pflicht schon für kleine Anlagen. Anlagen, die bis 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, sollen laut Entwurf nach den heutigen Regeln weiterlaufen.

Wichtig: Das ist ein Entwurf. Bundesrat, Bundestag und EU-Kommission müssen noch mitreden, und Details können sich ändern. Ich rate deshalb nicht zu einer überhasteten Entscheidung – aber wer ohnehin plant, sollte jetzt mit der Planung anfangen. Fachbetriebe sind zum Jahresende oft ausgelastet.

Was passiert mit meinem Balkonkraftwerk?

Ob Ihr Balkonkraftwerk neben der Dachanlage weiterlaufen kann oder ob Sie es besser an Freunde oder Familie weitergeben, klären wir bei der Planung. Oft ist auch ein Speicher der Dachanlage die bessere Lösung als zwei getrennte Systeme.

Smart Meter und Tarif nicht vergessen

Ab 7 kW Leistung ist ein intelligentes Messsystem Pflicht. Das ist eine Chance: Mit Speicher und dynamischem Tarif nutzen Sie Ihren Solarstrom tagsüber und kaufen Reststrom in günstigen Stunden. Wie das zusammenspielt, zeigt das Tarifsonne-Prinzip. Mehr zum Zähler: So bekommen Sie ein Smart Meter Gateway.

So gehen Sie vor

  1. PV-Check ausfüllen: Dach, Verbrauch und Wünsche – das dauert wenige Minuten.
  2. Erste Einschätzung: Innerhalb von 36 Stunden sage ich Ihnen, ob sich eine Anlage lohnt und welche Größe passt.
  3. Planung und Angebot: Ein erfahrener Fachbetrieb aus meinem Partnernetzwerk plant die Anlage und erstellt das Angebot.
  4. Montage und Anmeldung: Der Fachbetrieb baut die Anlage und kümmert sich um die Anmeldung beim Netzbetreiber.
  5. Tarif optimieren: Auf Wunsch passe ich Ihren Stromtarif an – klassisch oder dynamisch.

Lohnt sich eine PV-Anlage für Ihr Dach?

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Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Regeln können sich ändern; ich halte den Artikel aktuell.

Quellen