Von Andreas Walkenhorst, Energieexperte · Stand: Oktober 2026
Mit Mieterstrom verkaufen Vermieter den Strom ihrer PV-Anlage direkt an die Mieter im Haus. Die Mieter bekommen günstigeren Strom, der Vermieter verdient am Verkauf und erhält zusätzlich einen Zuschlag. Der Haken: Wer Mieterstrom anbietet, wird zum Stromlieferanten.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Vermieter oder ein Dienstleister liefert den Mietern Strom vom Dach und den Reststrom aus dem Netz.
- Der Preis darf höchstens 90 Prozent des örtlichen Grundversorgungstarifs betragen.
- Für jede an Mieter gelieferte Kilowattstunde gibt es einen Mieterstromzuschlag, für neue Anlagen von August 2026 bis Januar 2027 zum Beispiel 2,51 Cent bis 10 kWp.
- Mieter können frei wählen, ob sie mitmachen. Der Mieterstromvertrag darf nicht an den Mietvertrag gekoppelt sein.
- Wer den Aufwand scheut, kann einen Dienstleister beauftragen oder die einfachere Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung wählen.
So funktioniert Mieterstrom
Die PV-Anlage erzeugt Strom, den die Mieter direkt im Haus verbrauchen. Reicht der Sonnenstrom nicht, liefert der Mieterstromanbieter Strom aus dem Netz dazu. Überschüsse werden eingespeist. Der Mieter hat also einen einzigen Vertrag und bekommt die volle Versorgung.
Der Mieterstromzuschlag
| Anlagengröße | Inbetriebnahme 1.8.2026 bis 31.1.2027 |
|---|---|
| bis 10 kWp | 2,51 ct/kWh |
| bis 40 kWp | 2,33 ct/kWh |
| bis 1.000 kWp | 1,57 ct/kWh |
Der Zuschlag wird für den Strom gezahlt, den die Mieter tatsächlich verbrauchen. Er sinkt für neue Anlagen regelmäßig.
Pflichten des Anbieters
- Vollversorgung inklusive Reststrom, also die Pflichten eines Stromlieferanten.
- Preisobergrenze von 90 Prozent des Grundversorgungstarifs bei Wohnraum.
- Eigener Mieterstromvertrag, unabhängig vom Mietvertrag.
- Messkonzept mit Summenzähler oder intelligenten Messsystemen, Abstimmung mit dem Netzbetreiber.
- Abrechnung, Rechnungsstellung und Meldepflichten.
Für wen lohnt sich Mieterstrom?
Mieterstrom lohnt sich vor allem bei größeren Mehrfamilienhäusern mit vielen Mietparteien und einer gut nutzbaren Dachfläche. Für kleinere Häuser ist der Aufwand oft zu hoch. Dann ist die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung meist die bessere Wahl.
Wohnungsunternehmen sollten die Gewerbesteuer im Blick behalten: Die erweiterte Kürzung bleibt laut 42watt nur erhalten, solange die Mieterstromerlöse nicht mehr als 20 Prozent der Einnahmen aus der Immobilie ausmachen. Das klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
Mieterstrom für Ihr Haus prüfen
Ich prüfe, ob sich Mieterstrom oder die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung für Ihr Gebäude lohnt, und welche Zähler Sie brauchen. Erste Einschätzung kostenlos.
Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Regeln können sich ändern; ich halte den Artikel aktuell.